Alexander Wyrsch Malergeschäft

Schimmelpilz ist eine teure "Wandmalerei"

Alljährlich zum Beginn der Kalten Jahreszeit stellen Bewohner fest, dass plötzlich Teilbereiche von Wand- und Deckenflächen feucht werden und sich Schimmelpilze bilden. Derartige Schäden treten sowohl in Altbau- als auch in Neubauwohnungen auf. Neben baulichen Mängeln liegen die Ursachen dafür auch im Verhalten der Bewohner.

In diesem Bericht finden Sie folgende Informationen:

Raumluftfeuchtigkeit und Raumlufttemperatur
Woher kommt die Feuchtigkeit?
Wohin geht die Feuchtigkeit?
- Problemfall: Schrank an Aussenwand
- Was kann und muss der Wohnungsbenutzer tun?
- Was kann der Maler tun?

 

Raumluftfeuchtigkeit und Raumlufttemperatur

Zur Erziehlung eines behaglichen Raumklimas ist es erforderlich, dass Raumlufttemperatur und relative Luftfeuchtigkeit in einer gewissen Abhängigkeit zueinander stehen. Räume mit einer Lufttemperatur zwischen 18 und 22°C können hinsichtlich der relativen Luftfeuchtigkeit wie folgt klassifiziert werden:

  • unter 45% trockene Räume

  • von 45 bis 60% normal feuchte Räume

  • von 60 bis 80% feuchte Räume

  • über 80% nasse Räume

 

 

Woher kommt die Feuchtigkeit?

In einem 4-Personen-Haushalt können täglich bis zu 13 Liter Wasser in Form von Wasserdampf anfallen:

  • durch die Atemluft der Personen entstehen bis zu 8 Liter

  • durch Kochen bis zu 2 Liter

  • durch Baden, Wäschewaschen usw. bis zu 3 Liter

Nasse Handtücher im Bad geben ihre Feuchtigkeit durch Verdunstung an die Raumluft ab. Ebenso verdunstet das Giesswasser der Blumen oder das Wasser aus einem Aquarium

 

 

Wohin geht die Feuchtigkeit?

Die im Wohnbereich erzeugte Feuchtigkeit hat das Bestreben, zu trockeneren Bereichen hin abzuwandern. Im Winter ist die kalte Aussenluft immer trockener als die warme Raumluft. Die Feuchtigkeit wandert nach draussen, in ausreichenden Mengen jedoch nur durch vorhandene Lüftungsöffnungen in den Aussenwänden. Lüftungsöffnungen sind Fugen an Türen und Fenstern sowie geöffnete Fenster. Die auf dem Diffusionswege durch eine Aussenwand gehende Feuchtigkeitsmenge ist dermassen gering, dass dies als Beitrag zur Wohnraumentfeuchtung vernachlässigt werden kann.

 

 

Problemfall: Schrank an Aussenwand

Aussenwandflächen hinter Schränken und sonstigen Möbeln, die dicht an der Wand stehen, sind besonders feuchtigkeitsgefährdet, ebenso die Möbel mitsamt Inhalt. Die Möbelstücke wirken wie eine dicke Wärmedämmschicht, die Raumluftwärme wird von der Wand abgehalten, es fehlt die Luftzirkulation, die Wand kühlt aus. Bereits bei normalen Feuchtigkeitsbedingungen entsteht hinter dem Schrank Tauwasser. Bei erhöhter Luftfeuchtigkeit, über 51%, wird der Schrank mitsamt Inhalt durchfeuchtet. Eine regelrecht bauphysikalisch kriminelle Situation entsteht, wenn der Schrank in der Raumecke, die durch zwei Aussenwände gebildet wird, steht. In der Ecke wird es dermassen kalt, dass über Monate hinweg Nässe entsteht. Die Nässe saugt sich in den Anstrich, in die Tapete und in den Putz und verbleibt dort, solange sich an den Temperaturbedingungen nichts ändert. Eine innerlich durchfeuchtete Wand leitet auch die teuer erzeugte Heizenergie schneller nach aussen als eine trockene Wand.

 

 

Was kann und muss der Wohnungsbenutzer tun?

Die besten Sanierungsmassnahmen zur Beseitigung und Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden sind wirkungslos, wenn der Wohnungsbenutzer nicht für eine ausreichende Wohnungsentfeuchtung sorgt. 
Das bedeutet:

  • Die ganze Wohnung soll täglich 2-4 mal während je etwa fünf Minuten durch vollständiges Öffnen der Fenster durchgelüftet werden.

  • Grössere Möbelstücke nie ganz dicht an exponierte Wände (Aussenwände) stellen.

  • Die Luftfeuchtigkeit und Temperatur kontrollieren. Bei 18°C=55%, 20°C=50%, 22°C=45%

 

 

Was kann der Maler tun?

Grundsätzlich müssen vor Behandlung eines Feuchtigkeitsschadens der gesamte Raum sowie die Wand- und Deckenflächen trocken sein. Vorhandener Schimmelbefall ist gründlichst durch Abbürsten mit einer Drahtbürste zu beseitigen. Die Pilzsporen sind, wenn möglich, durch Abflammen oder mit einer Pilzgiftlösung abzutöten. Beschädigte Putzflächen sind zu erneuern und mit einem fungizid ausgerüsteten Grundanstrichstoff zu überstreichen.